Kirche St. Jakobus

KURZER ABRISS DER GESCHICHTE

Aus dem Jahr 1258 stammt die erste urkundliche Erwähnung Lüttelforsts, das damals als Filialkirche Amerns in den Stand einer selbstständigen Gemeinde erhoben wurde. Diese Selbstständigkeit blieb 750 Jahr bis zum Jahr 2008 erhalten, bis die Pfarrgemeinde St. Jakobus im Jahr darauf mit der Gemeinde St. Matthias in Schwalmtal fusioniert wurde.

Lange Zeit existierte in Lüttelforst nur eine kleine Kapelle, an deren Stelle 1802 eine 23 m lange und 10,65 m breite Saalkirche errichtet wurde.

Hochaltar, Kanzel, Kommunionbank und wahrscheinlich auch der so genannte Marienthron stammen aus der ehemaligen Klosterkirche Eppinghoven in Neuss-Holzheim, das 1802 säkularisiert wurde. Der aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammende Tabernakel wurde anlässlich des Kirchenjubiläums 2007 aufwändig restauriert.

Ein besonderes Schmuckstück stellt die Orgel dar, die um 1750/70 gebaut wurde und bei einer Restaurierung 1981 in die ursprüngliche barocke Disposition gebracht wurde, die für die hervorragenden Klangeigenschaften sorgte.

Im Sommer 2010 wurde die Ausstattung der Kirche um eine Matthiasfigur ergänzt, die im Chorraum einer Jakobusfigur aus der Zeit um 1500 gegenüber steht. Der Südtiroler Bildhauermeister Andreas Lechner hat sie aus Zirbelholz geschnitzt. Es handelt sich um eine Nachschöpfung einer Figur des Hl. Matthias, die um 1700 im süddeutschen Raum entstanden ist.

Das Kirchengebäude ist ausführlich in der Festschrift „200 Jahre Grundsteinlegung der Pfarrkirche St. Jakobus Lüttelforst 1802 – 2002“ beschrieben. (H.-J. Bonsels, 22.02.2011)

FUSION

Die kleine Hallenkirche St. Jakobus ist nunmehr eine Filialkirche der neuen Gemeinde St. Matthias.

In der Lüttelforster Kirche fehlt derzeit noch eine Repräsentation dieses Heiligen, der mit  Bibel und einer Axt, Schwert oder Hellebarde als seinen Attributen dargestellt wird. Derzeit ist noch offen in welcher Form der Märtyrer und sein Bildprogramm in Lüttelforst zu sehen sein wird!

Über Matthias (Mathias oder auch Matthäus, platt: „Mattes“) heißt es, er habe den Platz für Judas als 12. Jünger eingenommen. Seine Gebeine sollen der Legende nach durch Bischof Agritius im 13. Jhdt. nach Trier gekommen sein, wo sie auch die Matthiasgestalt besuchen können.
Damit lebt neben der Pilgergruppe aus Lüttelforst eine weitere Verbindung zu Trier auf, die aber nur die Fachhistoriker kennen dürften.

WILHELM PETER SCHMITZ

Ein berühmter Lüttelforster war seinerzeit Wilhelm Peter Schmitz (* 20. Januar 1864 in Lüttelforst; + am 4. Juni 1944), ein rheinischer Architekt, Kunstschriftsteller des Späthistorismus und lothringischer Konservator, der auch als Dombaumeister in Metz und Trier wirkte:

„Schmitz war Dombaumeister in Trier und ab 1906 ebenso auch in Metz. Von 1898 bis 1911 war Schmitz Teilhaber des Architekturbüros von Julius Wirtz (1875–1952), um den Sohn des Verstorbenen zu unterstützen. Mit ihm brachte er zahlreiche sakrale Bauten, sowie Geschäfts- und Wohnbauten zur Ausführung. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag zwischen 1898 und 1911 in der Restaurierung und Neuausstattung des Trierer Doms…“

(Quelle: Wikipedia; dort auch bibliographische Angaben: Jörg Schmitz: Leben und Werk des Architekten Wilhelm Peter Schmitz (1864-1944). Dombaumeister, Denkmalpfleger, Kunstschriftsteller und Lothringischer Konservator. Ein Rheinischer Architekt des Späthistorismus (Aachen, Köln, Trier, Metz). Band 1: Biographie und Abbildungsteil, Tönning 2005, 310 S., 744 Abb.)

Schmitz ist nicht gerade ein seltener Name am Niederrhein. Sicher leben aber noch Nachfahren des berühmten Sohns von Lüttelforst hier?